Interview mit Yves Meignié

Yves Meignié, Vorstandsvorsitzender von VINCI Energies.

Der erste VINCI Energies-Hackathon steht für offene Innovationspolitik. Er hielt für unsere eigenen Business Units und Startups Herausforderungen in sämtlichen Geschäftsfeldern bereit. Bei dem Event wurden mehrere Anwendungen entwickelt, deren Markteinführung kurz bevorsteht.

Yves Meignié Vorstandsvorsitzender, VINCI Energies

Wie sieht Ihre Bilanz des Geschäftsjahres 2017 von VINCI Energies aus?

Der Auftragseingang hat stark zugenommen, wir sind in allen Geschäftsfeldern und Ländern wieder organisch gewachsen. VINCI Energies hat ein sehr dynamisches Jahr durchlebt. Das führte unter anderem zu einem operativen Ergebnis in Rekordhöhe. Unsere internationale Entwicklung erreicht ein nie dagewesenes Niveau, insbesondere aufgrund der starken Beschleunigung in Skandinavien mit der Übernahme von Eitech und Infratek und der ersten größeren Übernahme in den USA mit PrimeLine. Im Jahr 2000 erreichten wir 3 Milliarden Euro Umsatz. 2018 dürften wir angesichts der 2017 getätigten 34 Übernahmen die Marke von 12 Milliarden Euro Jahresumsatz überschreiten – davon über die Hälfte außerhalb Frankreichs. Diese Geschichte schreiben wir Kapitel für Kapitel, und ich ziehe daraus folgendes Fazit: Unser Geschäftsmodell mit eigenständigen, in Netzwerken organisierten Business Units, das sich in Europa bewährt hat, ist im weltweiten Maßstab nicht weniger schlagkräftig.

Wie hat sich das Umfeld von VINCI Energies verändert?

Vor drei Jahren starteten wir eine koordinierte Innovationsinitiative, um unsere Kunden bei den Herausforderungen der Energiewende und der digitalen Transformation unterstützen zu können. 2017 sind beide Themen konkret in unseren Organisationsstrukturen angekommen. Als Systemintegrator müssen wir Experte in allen Technologien sein, die mit unseren vier Geschäftsfeldern Infrastruktur, Industrie, Building Solutions und ICT verknüpft sind. In einer Welt, die immer stärker auf elektrische Energie und digitale Technik setzt, sind wir hervorragend positioniert, weil wir sämtliche Know-how-Bereiche abdecken.

Inwiefern fördern Synergieeffekte unter den Marken die Innovation?

Energiewende und digitale Transformation bieten uns zunehmend Gelegenheit, das Know-how unserer Marken zu bündeln. Um diesen Trend zu beschleunigen und über die Angebotspalette von morgen nachzudenken, haben wir La Factory im Pariser Geschäftsviertel La Défense gegründet. Eine zweite Factory wird im ersten Halbjahr 2018 in Frankfurt am Main ihre Tore öffnen. Bereits heute unterstützen sich unsere Marken gegenseitig bei der Ausweitung ihres Tätigkeitsfeldes. Gestützt auf das Know-how von Axians entwickeln wir mit Citeos Angebote für vernetzte Objekte in Städten und mit VINCI Facilities ähnliche Lösungen für Gebäude. Mit ihrem Know-how in Sachen Cybersicherheit baut Actemium ihre Angebote aus, wenn diese Marke aufgrund ihrer Erfahrung bei industriellen Prozessleitsystemen Absatzmöglichkeiten in der Gebäudetechnik und städtischen Infrastrukturen entwickelt. Omexom und VINCI Facilities wiederum arbeiten gemeinsam am Ausbau des kollektiven Eigenverbrauchs.

Arbeitssicherheit und Personalgewinnung sind für VINCI Energies unabdingbar. Wie aktuell waren diese beiden Themen im Jahr 2017?

Um das Ziel „Null Unfälle“ zu erreichen, wollen wir den Arbeitsschutz zu einem festen Bestandteil unserer gemeinsamen Kultur machen. Wir haben anlässlich unserer Safety Week zu Wachsamkeit und Transparenz aufgerufen und den Managern Tools an die Hand gegeben, um ihre Mitarbeiter zu mobilisieren. Im Bereich Personalgewinnung war 2017 von starken Mitarbeiterzuwächsen gekennzeichnet. Angesichts des weltweiten Aufschwungs ist die Attraktivität von VINCI Energies als Arbeitgeber ein entscheidender Entwicklungsfaktor. Wir müssen junge Menschen anziehen und unsere Mitarbeiter binden, denn unser Personal ist unser Schlüssel zum Erfolg. Deshalb setzen wir unter anderem verstärkt auf Aus- und Weiterbildung. Das zeigt sich an der Ausweitung des Netzwerks der VINCI Energies-Akademie außerhalb Frankreichs (Marokko, Deutschland usw.), aber auch am Abschluss bzw. der Fortschreibung zahlreicher Partnerschaften mit Hochschulen wie der ENSEEIHT und der INSA Strasbourg in Frankreich, der Universität von Coventry in Großbritannien, der Universität von Queensland in Australien, der Polytechnique in Dakar und der École Centrale in Casablanca.